<bgsound src="../sounds/midi.net/sleepwlk.mid" loop="-1">WEBCounter by GOWEB Hallo Du!


Du hast dich vielleicht gerade gefragt, was denn wohl hinter diesem Titel steckt - "wie geht es dir?", eine ganz alltägliche Frage. Vermutlich sitzt du gerade hinter deinem Computer (wo sonst? ;-) ) und denkst soeben "was will der denn von mir?". Vielleicht hast du einen schweren Tag hinter dir gehabt, dein Chef hat dich angebrüllt und mit dir geschimpft. Vielleicht bist du aber auch einfach zu Hause gewesen und hast mit deinen Kindern gespielt, die Wohnung aufgeräumt oder ähnliches.

Was auch immer du heute gemacht hast - du wirst kaum darauf gewartet haben, daß hier einfach jemand fragt "Wie geht es dir?". Trotzdem frage ich dich - wie geht es dir? Es interessiert mich einfach, vielleicht gibt es ja etwas, was für dich getan werden könnte?! Möglichweise bist du ja auch krank, fühlst dich gerade alleine und möchtest einfach nur von jemandem hören, dich ausweinen oder dich einfach nur mit jemandem anderen gemeinsam über einen schönen Tag freuen!

Natürlich weiß ich, daß du mir nicht schreiben wirst - wer tut denn das schon, auf so einen blöden Text zu antworten. Aber vielleicht lächelst du jetzt schon ein wenig über diese Zeilen, vielleicht fühlst du dich selbst auch nur ein klein wenig besser. Es ist mir nicht wichtig, daß du mir antwortest - wenn du dich darüber freust, daß einfach jemand ganz ehrlich fragt "wie geht es dir", dann haben diese Zeilen schon ihren Zweck erfüllt. Wenn du diese Freude vielleicht auch ein wenig weitergeben kannst, indem du heute oder morgen jemanden von Herzen fragst "Wie geht es DIR", dann ist sogar noch mehr damit erreicht.

Jetzt wunderst du dich vielleicht, warum ich dann diesen Text schreibe - ich will keine Antwort, du sollst auch nicht mich fragen, wie es mir geht?! Nun, es ist ganz einfach - heute hat mich in einem Geschäft ein kleines Mädchen angesehen, hat neben mir gestanden und mich mit ihren kleinen Augen betrachtet. Ein wenig komisch bin ich mir schon dabei vorgekommen, immerhin kam ich gerade ein wenig frustriert aus der Arbeit, da mein Chef heute seine Verärgerung über einen Kunden an mir ausgelassen hat, müde war ich auch, da die letzten Tage und Abende doch recht anstrengend und lange waren. Und dann steht ein kleines Mädchen neben mir im Geschäft und sieht mich einfach an, ohne etwas zu sagen.

Ich habe dann ein leises "Hallo" zu ihr gesagt, einfach, weil ich irgend etwas sagen wollte - "Hallo, kleines Mädchen - wie geht es dir?". Verwundert hat sie geantwortet "Wie meinst du denn das?". Tja - wie meinte ich es - hat es mich wirklich interessiert? Mit ihrer einfachen Frage hat sie mir klar gemacht, wie oft wir andere fragen "Wie geht es dir" - wie oft es uns dabei aber gar nicht interessiert, was die anderen zu uns sagen wollen. Eigentlich wollen wir ja nur über uns selbst erzählen, wollen unseren Frust und unseren Streß auf andere abladen, ohne uns wirklich dafür zu interesieren, wie es ihnen geht, ob sie neben den eigenen Problemen auch noch unsere ertragen können und wollen.

Das Mädchen hat mich also verwundert angesehen und gefragt "Wie meinst du denn das?", worauf ich gesagt habe "bist du gerade aus der Schule gekommen?". Traurig blickte sie kurz auf die Seite und sagte dann zu mir "Meine Katze ist überfahren worden, heute morgen. Hast du auch schon einmal eine Katze gehabt?". Mein eigener Tag verschwand plötzlich im Hintergrund, mein Chef löste sich in Luft auf und ich beugte mich zu dem Mädchen hinunter, streichelte tröstend ihr Haar: "Deine Katze ist jetzt sicher im Himmel, da oben, glaubst du nicht auch?". Das Mädchen sah mich an und sagte "Ja, ganz sicher. Sie war ja eine ganz, ganz brave Katze." Tapfer lächelte sie dabei, schluckte verstohlen ein wenig und begann dann zu strahlen "Bist du wirklich sicher, daß sie jetzt im Himmel ist?" - "Gaaanz sicher" bestätigte ich rasch.

Rund um uns stenden ein paar Leute, die sich alle nicht dafür interessierten, was hier vorging. Die Verkäuferin hinter dem Pult hatte soeben auch die Kundin vor uns fertig bedient und sah jetzt zu uns her. "Hallo Anna, wie geht es dir, was brauchst du heute?" - auch sie fragte, wie es ihr geht, aber irgendwie bin ich mir sicher, daß die kleine Anna ihr nichts davon erzählen wird, daß ihre Katze tot ist ...

Wie geht es dir jetzt? Irgendwie beginnt es mich doch ein wenig zu interessieren, wie es gerade dir geht, jetzt, in diesem Moment. Hast du auch etwas wirklich wichtiges heute erlebt? Hast du auch das Lächeln eines Menschen gesehen, weil du bereit warst, ihm ein wenig zu zu hören? Oder ist dir diese kleine Geschichte inzwischen schon zu blöd geworden, soll ich dich lieber in Ruhe lassen?!

Ich weiß natürlich, daß eine überfahrene Katze sicher nicht so weltbewegend ist, wie eine Rakete im Fernen Osten, die viele Menschenleben kostet. Ebenso weiß ich, daß die vielen Arbeitslosen im eigenen Land uns dazu bewegen, uns eher um den Arbeitsplatz sorgen zu machen als um die eigene Familie, denen wir das wichtigste sind. Es werden auch viele Menschen von Autos überfahren - von Autos, die es eilig haben, weil der Chef nicht fragt, ob deiner Tochter heute morgen die Katze überfahren worden ist. Aber die kleine Anna hat mir vor dem Geschäft dann noch ein wenig mehr erzählt von sich, wie es ihr denn wirklich geht - wie sehr sie ihren Vater vermißt, der in Jugoslavien bei einem Autounfall um's Leben gekommen ist. Und sie hat mir von ihrer Mutter erzählt, die den ganzen Tag arbeiten muß, damit sie Annas Schwester und dem kleinen Bruder etwas zum Essen auf den Tisch stellen kann.

Und plötzlich ist mir klar geworden, daß meine eigenen Sorgen und Probleme so klein sind, so wahnsinnig klein. Es gibt so vieles, das uns bewegt - so viele kleine Dinge, die wir selbst groß machen, bis es uns selbst eigentlich gar nicht mehr gut geht. Der kleinen Anna geht es gut - sie hat genug zu essen, sieht ihre Mutter auch jeden Abend. Vor allem aber hat sie viele Freunde und Freundinnen, mit denen sie gerne zusammen ist. Sie hat mir erzählt, daß sie bereits in die zweite Klasse geht - daß sie am letzten Wochenende mit einer Freundin gemeinsam deren Geburtstag gefeiert hat und dabei viel Spaß hatte. Die kleine Anna hat mir gezeigt, daß selbst ein so schreckliches Erlebnis, wie der Tod eines geliebten Lebewesens oder gar des eigenen Vaters, nicht so schlimm sein kann, als daß es ihr nicht trotzdem gut geht.

Wir sind relativ lange zusammen gesessen - und am Schluß, als wir uns verabschiedet hatten, hat sie dann auch mich gefragt: "Wie geht es denn dir?". Irgendwie wußte ich dann schon so viel über sie, hatte wirklich großen Spaß bei der netten Plauderei - ich habe dann einfach geantwortet "Mir? Mir geht's jetzt einfach gut!". Ein breites Lächeln hat sie mir darauf noch geschenkt und ist um die Ecke gebogen - und ich sitze nun da und grüble. Aber ein Satz geht mir dabei die ganze Zeit schon nicht aus dem Kopf - ein ganz ein kleiner Satz, den wir so oft sagen und so selten meinen:

"Wie geht es dir?"

Ich hoffe ehrlich, daß es dir gut geht - vielleicht schreibst du ja auch einmal, was dich bewegt?

Mail me GF © 03.03.1998 Mail me

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